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Hansestadt Salzwedel - Die Baumkuchenstadt
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veröffentlicht am: 27.01.2017

Mahnung zur Wachsamkeit

Anlässlich des 27. Januar, des landesweiten Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurden in Salzwedel an den beiden Erinnerungsorten Ritzer Brücke und Gardelegener Straße Kränze niedergelegt.

Am Mahnmal an der Ritzer Brücke wurden Kränze niedergelegt

Der Gedenkstein an der Gardelegener Straße war einst ein KZ-Außenlager

"Es ist ein Auftrag an uns und die nachfolgenden Generationen, sich bewußt zu machen was geschehen ist und wie es dazu kommen konnte", so Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel an der Gedenkstätte des KZ-Außenlagers in Salzwedel, "um zu verhinden, dass es sich wiederholt". Blümel erinnerte in eindrucksvollen Worten an den Rassenwahn, der den Nationalsozialismus kennzeichnete. Toleranz und ein offener Blick sind gefragt, mahnte die Bürgermeisterin. Sie legte ebenso einen Kranz an der Gedenkstätte an der Gardelegener Straße ab, wie zahlreiche Vertreter der verschiedenen Parteien SPD, CDU und Die Linke. Auch Eckhardt Gnodtke als Vertreter des Altmarkkreises Salzwedel legte einen Kranz nieder.

Falk Kindermann spielte während der Gedenkveranstaltung jüdische Lieder. Pfarrer Friedrich von Biela bat in einem Gebet um Gottes Beistand und um Trost. Umrahmt wurde die Gedenkeranstaltung weiterhin von einem Auszug aus Anne Franks Tagebuch, welches von Liv-Marlen Mückenheim vorgetragen wurde.

Zuvor wurde am Mahnmal an der Ritzer Brücke an die KZ-Häftlinge erinnert, die den Todesmarsch in den letzten Kriegswochen nicht überlebten. Dabei hatte Salzwedels Stadtratsvorsitzender Gerd Schönfeld das Wort an die zahlreichen Zuhörer gerichtet. Er erinnerte an den August 1992, als in Rockstock-Lichtenhagen Brandsätze auf ein von Ausländern bewohntes Hochhaus geworfen wurden. Dies geschah, so mahnte Schönfeld, unter dem Beifall und Anfeuerungsrufe zahlreicher Anwohner. Es ist Aufgabe eines jeden, Wachsam zu sein. Und der Intoleranz sowie dem Fremdenhaß entschieden entgegenzutreten, so Schönfeld weiter.

Im Anschluß an die beiden Kranzniederlegungen wurde im Salzwedeler Hanseat eine Lesung veranstaltet. Victor Klemperer hatte die Sprache des 3. Reiches aufgezeichnet. "LTI (Lingua Tertii Imperii) - Notizen eines Philologen" nennt sich dieses Werk, aus dem der Schauspieler Gero Wachholz vorlas. Diese Aktion wurde vom Miteinander e. V. organisiert.