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Die Hanse

Hanse - ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 13. Jahrhunderts (Gründung:1254) und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen deutscher Kaufleute mit dem Ziel, ihre wirtschaftlichen Interessen besonders im Ausland besser vertreten zu können. Aus ihr entstand der Städtebund der Hanse, in dem sich die Hansestädte zusammenschlossen und ihre Interessen gegenüber anderen Nationen sowie dem Kaiser vertraten.

Die Farben der Hanse waren weiß und rot. Und eben diese Farben finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte.

In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren ca. 200 See- und Binnenstädte Nordeuropas in der Hanse zusammengeschlossen.

Heute wird das Wort allgemein zur Bezeichnung eines Städtebundes gebraucht, der in Nordeuropa nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor war.

Im Jahr 1980 gründete sich in Zwolle (Niederlande) der hansische Städtebund der Neuzeit DIE HANSE als Netzwerk für die Bereiche Kultur, Tourismus, europäische Völkerverständigung, Jugend und Wirtschaft. Ehemalige Hansestädte können dort nach erfolgreichem Antrag aufgenommen werden –inzwischen 184 Städte bilden so den größten freiwilligen Zusammenschluss von Städten. Alljährlich richtet DIE HANSE einen Internationalen Hansetag in einer der Mitgliedsstädte aus. Salzwedel wurde diese Ehre im Jahr 2008 zuteil. Zudem hat Salzwedel den Zuschlag für eine erneute Ausrichtung im Jahr 2038 erhalten.

Salzwedel als Teil der Hanse

28.05.1233 Salzwedel wird in einer Urkunde für die Gewandschneidergilde (Vereinigung der Tuchhändler) erstmals als „civitas“ (Stadt im vollen Rechtssinn) bezeichnet. Der Tuchhandel ist im Mittelalter einer der bedeutendsten Handelsbereiche beider Städte Salzwedel. Als weitere Waren, mit denen Salzwedeler Kaufleute handelten, nennt Pohlmann: Honig, Wachs, Bier, Wolle, Butter, Holz, Häute, Waid, Kupfer, Zinn, Blei, Stahl, Eisen, Wein und Getreide.
02.01.1248 Herzog Albrecht von Sachsen-Lauenburg, Engern und Westfalen legt die Zollabgaben für den Handel auf den Straßen zwischen Salzwedel und Hamburg sowie Lübeck und Salzwedel fest. Nach der Arbeit von Bruns und Weczerka über „Hansische Handelsstraßen“ berührten drei wichtige Handelsstraßen Salzwedel: die Straße Lüneburg-Salzwedel-Gardelegen-Magdeburg, die Straße Lüneburg-Salzwedel-Stendal und die Straße Braunschweig-Salzwedel.
17.06.1263

Der Rat der Stadt Lübeck teilt seinem Ältermann auf Gotland mit, dass er die Bürger von Salzwedel in die Genossenschaft in der Stadt Wisby aufgenommen hat. Dieses Datum gilt als Zeitpunkt für die Aufnahme Salzwedels in die Hanse. Der Übergang von der „Kaufleutehanse“ (Gemeinschaften der Kaufleute) zur „Städte–hanse“ vollzog sich in einem längeren Prozess, sodass man die eigentliche und endgültige Herausbildung der Hanse meist ins 14. Jahrhundert verlegt. Ein Grund für die Begünstigung Salzwedels durch Lübeck wird in den Verdiensten Alexanders von Salzwedel gesehen. Er hatte sich in Lübeck als Ratsherr und Befehlshaber in verschiedenen Kämpfen großes Ansehen erworben.

1283 Unter Berufung auf das Lenz’sche Urkundenwerk erwähnt Pohlmann, dass in diesem Jahr die Stadt Hamburg die Bürger von Salzwedel als „Mitbürger“ in Schutz nahm.
1358 Salzwedel nimmt an der Beratung von Maßnahmen der Hanse gegen die Holländer teil.
1370 Salzwedel beteiligte sich an den bis 1370 andauernden Auseinandersetzungen der Hanse mit Dänemark.
1392 Die Herzöge Bernhard und Heinrich von Lüneburg versprechen, dafür zu sorgen, dass die Jeetze schiffbar bleibt. Neben den schon zuvor genannten Landverbindungen hatte wohl auch der Verkehr mit Flussschiffen für den Salzwedeler Handel eine gewisse Bedeutung.
1418 Salzwedel ist in diesem Jahr auf einer allgemeinen Versammlung der Hansestädte in Lübeck (Beratung einer „Tohopesate“) vertreten.
1434 Die Hanse versucht, in einem Streit zwischen Bürgermeistern und Ratsherren in Salzwedel zu vermitteln.
1435 Salzwedel nimmt an den Hanse-Beratungen vor dem Wordingborger Frieden teil.
1474
Salzwedel richtet eine regionale Tagesfahrt (einen Hansetag, aber nicht für die Gesamthanse, sondern für die Hansestädte eines kleineren Gebietes) aus.
1474
Pohlmann erwähnt noch in diesem Jahr lebhaften Handelsverkehr Salzwedels mit den nordischen Staaten.
1488
Mit der Niederschlagung des Bierziese-Aufstands durch Markgraf Johann von Brandenburg verliert Salzwedel einen großen Teil seiner früheren Rechte. So wird in der Urkunde vom 28. April 1488, die den Vergleich zwischen Stadt und Markgraf beinhaltet, eine starke Einschränkung der Gesetzgebungsbefugnisse und des Bündnisrechts beider Städte Salzwedel festgelegt.
08.05.1504
Der Rat der Stadt Hamburg unterrichtet Salzwedel über Klagen aus England wegen zu geringer Länge und zu schlechter Qualität der aus Salzwedel bezogenen Leinwand.
1518
Salzwedel verliert die Mitgliedschaft in der Hanse, die genaueren Umstände sind aber unklar. Gründe könnten Bestrebungen des Landesherrn, eine schwindende Bedeutung Salzwedels als Handelszentrum (besonders im Tuchhandel) und geringe Beteiligung an hansischen Aktivitäten gewesen sein.
1554/55
Bitten Salzwedels um Wiederaufnahme in die Hanse werden abgelehnt.
24.02.2008
Im Rahmen einer Bürgeranhörung stimmten 87,08% für die Wiederaufnahme des Namenzusatzes "Hansestadt" Salzwedel.
01.04.2008
Salzwedel nennt sich offiziell "Hansestadt Salzwedel".
05. - 08.06.2008
Die Hansestadt Salzwedel richtet den 28. Internationalen Hansetag 2008 aus. Delegationen und Teilnehmer aus 123 Hansestädten und 15 europäischen Ländern sind in der altmärkischen Stadt zu Gast. Salzwedel übernimmt die Rekorde als bislang "kleinste Ausrichterstadt" und "Ausrichterstadt mit den meisten Teilnehmerstädten".
01.06.2012

1112 – Actum est Salzwitele: 900 Jahre Ersterwähnung Salzwedel beim 16. Salzwedeler Hansefest.

10.10.2012
Der Stadtrat der Hansestadt Salzwedel beschließt, sich um die Ausrichtung des Internationalen Hansetages 2038 zu bewerben. Der Zuschlag wird im Juni des darauffolgenden Jahres durch die Delegiertenkonferenz der Hanse in Herford erteilt.