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Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist in diesem Jahr verstärkt zu beobachten. Auch im Gebiet der Einheitsgemeinde Salzwedel kommt es zu vermehrten Meldungen über EPS-Vorkommen. 

Warum wird der von mir gemeldete Bereich nicht gesäubert?

Eine Bekämpfung der EPS-Vorkommen auf allen gemeldeten Flächen ist nicht möglich. Die Massenvermehrung lässt dies nicht zu. Wichtig: Die EPS-Bekämpfung ist immer nur ein Instrument, um den akuten Befall zu lindern. Sie kann nicht für eine wirksame Populationskontrolle herangezogen werden. Denn von jedem nicht behandelten Baum, sowohl auf öffentlichen als auch privaten Flächen können auch bereits behandelte Bäume erneut befallen werden.

Warum keine chemische Behandlung?

Da die Bekämpfung im Auftrag der Hansestadt Salzwedel auf öffentlichen Flächen stattfindet, kann keine chemische Behandlung genutzt werden. Für eine wirksame chemische Anwendung muss sichergestellt sein, dass rund 14 Tage kein stärker Regen auftritt, um das Spritzmittel nicht abzuwaschen und einen Eintrag im Grundwasser zu verhindern.

Was ist mit biologischen Mitteln?

Biologische Mittel sind leider nicht immer zielführend. Der Einsatz von Nematoden hat sich als nahezu unwirksam herausgestellt. Die Bekämpfung mit Bacillus thuringiensis ssp. kurstaki ist gut wirksam, muss jedoch in einem sehr frühen Stadium erfolgen, in dem der tatsächliche Befall aber noch nicht zu ermitteln ist. Daher sollte man sich am Befall des Vorjahres orientieren und die Spritzmittel an dieser Stell ausbringen. Hierfür ist immer nur ein sehr kleines Zeitfenster vorhanden, so dass die Behandlung oft am Ziel vorbeigeht. Auch hier können Substanzen durch starke Regenfälle abgewaschen werden und letztlich im Grundwasser landen.

Aus den oben genannten Gründen hat sich die Hansestadt Salzwedel für mechanische Verfahren zur EPS-Bekämpfung entschieden.

Welche mechanische Verfahren stehen zur Verfügung?

Es gibt zwei erfolgversprechende mechanische Verfahren:

  • Absaugung
  • Heißwassermethode

Bei sorgfältiger und fachkundiger Anwendung können nahezu 100 Prozent der EPS-Vorkommen am befallenen Baum unschädlich gemacht werden. Doch macht eine Bekämpfung mit einer der beiden Verfahren nur dann Sinn, wenn der befallene Baum komplett behandelt wird. Das bedeutet: notfalls auch in 20 Metern Höhe. Daher müssen Bäume auch mit einem Hubsteiger angefahren oder es müssen Klettertechniken eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Verfahren

Heißwasserverfahren

Vorteile Nachteile
Degeneration der Eiweiße und damit restlose Beseitigung des Nesselgiftes lange und schwere Isolierschläuche, auch in großer Höhe
nahezu restlose Beseitigung abfließendes heißes Wasser tötet auch andere Insekten und kann Verbrühungen am Baum verursachen

durch das Gewicht des Wassers herabstürzende Nester, bei denen die notwendige Temperatur im Inneren ggf. noch nicht erreicht ist

Absaugverfahren

Vorteile Nachteile
nahezu restlose Beseitigung

Was ist mit privaten Flächen?

Bei Privatgrundstücken ist der jeweilige Eigentümer zuständig. Die Bekämpfung sollte über eine Fachfirma erfolgen.

Warum gibt es derzeit so viele Vorkommen?

2025 kam es aufgrund der für EPS-Populationen günstigen Witterung zu einer Massenvermehrung, aus denen viele Imagos (erwachsene, geschlechtsreife Falter) hervorgingen. Diese legten den Grundstein für eine weiter ansteigende Vermehrung in diesem Jahr. Daher sind die Ausgaben für Bekämpfungsmaßnahmen von rund 5.000 Euro in den Vorjahren aus 20.000 Euro aufgestockt. 

Wenn im nächsten Frühjahr erneut eine für das EPS-Wachstum günstige Witterung herrscht, ist davon auszugehen, dass die Population 2027 nochmals ansteigen wird. Sollte dies Anfang 2027 witterungsbedingt nicht der Fall sein, folgt die EPS-Population ihrem natürlich Zyklus und wird schrumpfen.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

  • Befallene Gebiete sollten während der Raupen- und Puppenperiode gemieden und Garten, Holz- und Pflegearbeiten verschoben werden.
  • Raupen und Gespinstnester nicht berühren, Haut- und Augenkontakt vermeiden.
  • Raupen nicht mit Wasser vom Baum spritzen, da Raupen und abgelöste Haare in einem größeren Umkreis verteilt werden.

 Maßnahmen nach Kontakt oder Kontamination

  • Kleidung wechseln und getragene Kleidung gründlich waschen
  • Haut und Haare gründlich waschen
  • Augen mit viel Wasser spülen (z. B. Augenspülflasche)
  • Bei Beschwerden Arzt aufsuchen und diesen über den Kontakt zu Raupen/Raupengespinst (EPS) informieren.
  • Bei schweren allergischen Reaktionen mit Asthma und Atemnot Rettungsdienst verständigen.

Weitere Informationen

Die Landesregierung hat ein Merkblatt für Kindergärten und Schulen herausgegeben(pdf)

Die Landesregierung hat weiterhin in Informationsblatt für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger veröffentlicht (pdf)

Ein ausführliches Informationsschreiben für den Gesundheitsschutz in Verbindung mit EPS (pdf)