IC-Verbindung Hamburg - Berlin über die Altmark - Initiative schlägt Gesprächstermin vor
Eine gemeinsame Initiative von Landräten und Bürgermeistern hat unter Federführung von Salzwedels Bürgermeister Olaf Meining am 26.05.2026 ein Schreiben an das Bundesverkehrsministerium, die zuständigen Landesministerien in Sachsen-Anhalt und Niedersachen sowie die Deutsche Bahn versandt.
Darin sprechen sich die Unterzeichner für eine dauerhafte Fernbahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin mit Haltestellen in Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal aus. Ein regelmäßiges Angebot mindestens im InterCity- oder EuroCity-Verkehr ist das Ziel der Initiative unter dem angepassten Namen „HamburgBerlinHanseExpress“.
Nun kam es zu Antworten auf diese Initiative, sowohl vom Bundesministerium für Verkehr, dem Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalt, als auch von der Deutschen Bahn AG.
Die Deutsche Bahn blickt auf die Auslastung der IC-Züge Hamburg – Magdeburg. Diese seien bislang „nur sehr niedrig“ ausgelastet. Daher sei eine Ausweitung des Angebotes nicht geplant. Eine ICE-Anbindung würde sich wirtschaftlich ebenfalls nicht tragen. Die Deutsche Bahn teilt mit: „Weitere Fernverkehrsangebote auf der Strecke Uelzen – Salzwedel – Stendal sind daher aktuell nicht in Planung“.
Das Verkehrsministerium betont in seiner Antwort die Eigenständigkeit der Bahn in wirtschaftlichen Entscheidungen. Ansonsten wird vor allem auf die Antwort der DB AG verwiesen.
Das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt hebt hervor, dass der Ausbau der Verbindung Hamburg – Uelzen – Stendal – Magdeburg von entscheidender Bedeutung sei. Ministerin Dr. Lydia Hüskens ermutigt die Initiatoren, sich „weiterhin mit uns gemeinsam für verbesserte Fernverkehrsanbindungen einzusetzen“ und unterstützt die Initiative ausdrücklich.
Im Endeffekt verweist die Deutsche Bahn in ihrer Antwort, die vom Verkehrsministerium ebenfalls weitergegeben wurde, auf eine zu geringe Auslastung des ICE-Halts während der Bauarbeiten und eine geringe Nachfrage der IC-Verbindung Hamburg-Magdeburg.
Gemeinsam mit seinem Amtskollegen René Schernikau (Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck) hat Bürgermeister Olaf Meining im Namen der Initiative bereits eine Antwort verfasst. In der wird die Anerkennung der großen Bedeutung der Bahnstrecke Stendal – Salzwedel – Uelzen durch die Deutsche Bahn ausdrücklich begrüßt. Eine geringe Auslastung des IC-Angebotes Hamburg-Berlin ist aber für die Unterstützer kein hinreichender Maßstab für die Beurteilung der von ihnen vorgeschlagenen Verbindung nach Berlin. Die Verbindung nach Magdeburg entspricht weder hinsichtlich ihres Zieles noch hinsichtlich ihrer Angebotswirkung dem Anliegen der Initiative.
Auch die angerissene geringe Auslastung der ICE-Verbindungen während der Streckenarbeiten wird angesprochen: „Ein über sämtliche Züge und Tageslagen gebildeter Durchschnitt kann besonders nachfragestarke Verbindungen verdecken.“
Es wird ausdrücklich darum gebeten, nicht aufgrund der Nachfrage eines IC-Zugpaares nach Magdeburg sowie nicht näher ausgeführten Durchschnittswerten während der Bauphase zu entscheiden. Es wird konkret vorgeschlagen, dass eine gemeinsame Auswertung der Fahrgast- und Nachfragedaten vorgenommen wird, die Prüfung eines zeitlich befristeten Pilotangebotes mit zunächst zwei geeigneten täglichen Verbindungen je Richtung ins Auge gefasst wird und es eine begleitende Vermarktung des Angebotes gibt.
Die beteiligten Kommunen und Landkreise sind bereit, eine solche Erprobung aktiv zu begleiten, das Angebot in der Region bekannt zu machen und bei der Ermittlung des tatsächlichen Nachfragepotenzials mitzuwirken.
Zudem wird auf die politische Bedeutung einer Anbindung der Altmark, des Wendlandes und der Heideregion an die Metropolen Hamburg und insbesondere Berlin hingewiesen. Dies ist auch dahingehend zu betrachten, dass die Strecke Uelzen-Salzwedel-Stendal nach Realisierung des zweigleisigen Ausbaus einen enormen Güterverkehr aufnehmen wird. Die Initiatoren sind sich einig: „Für eine bessere Akzeptanz dieses übergeordneten Zieles, welches ja Einschränkungen mit sich bringen wird (Lärm, Schrankenschließzeiten), muss den hier lebenden Menschen auch eine attraktive Personenverkehr-Bahnanbindung angeboten werden. Der `HamburgBerlinHanseExpress´ wäre so ein Angebot.“
Es wird vorgeschlagen, ein gemeinsames Gespräch mit allen zuständigen Akteuren zu vereinbaren.